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Einen Tag frueher als angekuendigt hat die Betriebsgesellschafft des Kinos Apollo, die Kino-Theater AG, das Grossraumkino ueberraschend geschlossen.Die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG), die anstelle des Apollo ein Buerohaus erstellen will, hat laut eigenen Bekunden mit dieser Aktion nichts zu tun. Der Abbruch soll nun "moeglichst bald" beginnen. Die Kino-Theater AG begruendet ihren Schritt in einem Communiquè lapidar mit: "Technischen und administrativen Gruende." Sowohl das Personal als auch der Organisator des abschliessenden Filmfestivals; Werner Baumann, wurden von der vorzeitigen Schliessung "total ueberrascht." Unmittelbar nach der letzten Vorstellung von Sergio Leones Film "Spiel mir das Lied vom Tod" in der Nacht vom Montag auf den Dienstag begannen die Vorbereitungen. Am Dienstag war das Gitter beim Haupteingang heruntergelassen, andere Hauseingaenge praesentierten sich verrammelt.
Ein Schild mit folgender Aufschrift erklaerte, den traurigen Sachverhalt: "Kino geschlossen. Bereits bezogene Billette fuer die heutigen Vorstellungen koennen an der Vorverkaufsstelle Jelmoli zurueckgegeben werden." Wie bei Jelmoli zu erfahren war, waren fuer die letzten geplanten Vorstellungen von "Apocalypse Now", und "Heaven Can Wait", bereits 105 Karten im Vorverkauf weggegangen.
Gegen 15 Uhr versammelten sich, insgesamt schaetzungsweise hundert Personen vor dem geschlossenen Kino. Die Kommentare ueber die Schliessung gingen von "schade", "Gemeinheit" bis hin zu "Schweinerei" und "Die haben Angst vor uns". Ein Lehrer mit seinen Schuelern gehoerte zu denen, die vergeblich Einlass suchten, ebenso aeltere und etliche junge Leute. In einem Flugblatt, das vom Apollo-Rettungs-Komitee verteilt wurde, heisst es unter anderem: "Die angefuehrten technischen und organisatorischen Gruende wirken laecherlich und rechtfertigen auf keinen Fall die auf Konfrontation ausgerichtete ausserterminliche Verbarrikadierung des Gebaeudes. Sie ist ein Affront gegen alle, die heute eine der letzten vier Vorstellungen des Apollos besuchen wollten und ein Misstrauensantrag dem muendigen Buerger und Kinobesucher gegenueber."
- Gegen 15.15 Uhr fuhr ein Lieferwagen der Firma Lusso-Eldorado vor. Der Chauffeur gab auf die entsprechende Frage an, er wolle die Glacen abholen.
(Tages-Anzeiger vom 01.Juni 1988)
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