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Zurich's Apollo Cinerama
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Eroeffnet 1928 - Geschlossen 1988
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Das Kino Apollo wurde 1928 am Stauffacher eroeffnet, das groesste in Zurich, mit 2000 Plaetzen. Es stand im Besitz des Bauuntemehmers Eugen Scotoni-Gassmann. Die Scotonis gingen immer mit der Zeit und den Moeglichkeiten der Technik. 1929 kam der Tonfilm, 1954 Cinemascope, 1964 Cinerama, dann Sensurround. 1972 wurde ein Studiokino eingebaut, ohne den Grossen Saal anzutasten. 1985 hat sich A. Eric Scotoni, der das Kino in den fuenfziger Jahren nach dem Tode seines Bruders Ralph uerbenommen hatte, aus dem Geschaeft zurueckgezogen und das Apollo an die SBG verkauft. |
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Apollo Cinerama Leinwand, war die groesste Leinwand von Zurich, bis heute! |
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Vor dreissig Jahren stand da noch eine Buehne mit einem roten, schweren Vorhang mit den glitzernden Buchstaben: Around the World in 80 Days. Wir kamen an einem Sonntag, eine weit verzweigte ungarische Sippe. Der Produzent Mike Tod, der Ehemann Liz Taylors, war toedlich verunglueckt, doch der Film war geblieben, was mich unheimlich beeindruckte. Nach der Vorstellung standen wir noch herum, und eine Tante bemerkte spitz, das Buch sei besser, so dass ich annahm, ein Ungare muesse es geschrieben haben. Sie diskutierten ueber ein Buch, dabei hatte ich nicht einmal die Untertitel lesen koennen. Ich hatte einen Film gesehen: David Niven, Shirley MacLaine, Cantiflas, Frank Sinatra, Marlene Dietrich! Eine indische Prinzessin war vor meinen Augen vor der Witwenverbrennung gerettet worden, ich hatte das Rauschen der vollen Segel im Todd-AO-Verfahren gehoert, das lautlose Schweben der Luftballongondel zur Musik Ein richtiges Kino, sagt Alice Knecht, nicht so ein Schlauch wie das Capitol. Die Stadt muesste es erhalten, das ist auch Kultur. The Great Escape lief doch auch hier, das muss ein paar Jahre spaeter gewesen sein, mit Steve McQueen als amerikanischem Kriegsgefangenen in Deutschland. Mit dem jungen Bronson, sagt Alice Knecht. Stimmt, war er nicht der einzige, der die Flucht geschafft hat?
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Presseankuendigung fuer den Film: "SCHLACHT UM MIDWAY" im Apollo Cinerama. (Bild: "SuperCinerama") |
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Herr Knecht nimmt mich waehrend der Nachmitagsvorstellung auf einen Rundgang durch das Gebaeude mit. Die Leinwand ist an gebogenen Rohren verstrebt, neun auf zwanzig Meter, ein solides Geruest haelt das Ganze. Da hinter ist der Buehnenraum eng geworden, der Elektromotor fuer die Kulissenseilwinden wuerde noch funktionieren. Beim Einbau der Cineramaleinwand wurde die Projektionskabine gesenkt, nur so war eine waagrechte reflexfreie Projektion moeglich. |
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Die drei DP70 Todd-AO Projektoren im Vorfuehrraum des Apollo Cinerama. |
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Der Mittelgang wurde aufgehoben und das ganze Kino wurde lockerer bestuhlt; das neue Apollo zaehlte noch 998 Plaetze, die besten sind im Parterre. Das ideale Kino mit gebogener Leinwand muesste einen Zuschauerraum wie ein Amphitheater haben, die hoechste Sitzreihe duerfte den oberen Rand der Leinwand nicht ueberragen. Schwindelerregend ist der Blick aus der Kuppel auf die Leinwand, man fliegt wie mit dem Fallschirm ins Bild hinein. Durch die zwei Guckloecher konnte frueher die Buehne mit Verfolgerscheinwerfern beleuchtet werden. In den dreissiger Jahren gab es im Apollo auch Revuen. Von Fritz Hauck weiss ich, dass Maurice Chevalier, Josèphine Baker und Mistinguette aufgetreten sind. Herr Hauck war damals zweiter Operateur und fuehrte die Scheinwerfer. Der jugendliche achtzigjaehrige Mann summt die Melodie von J'ai deux amours, ein Lied, das Josèphine Baker damals gesungen hat. Am liebsten hat er das Farbenspiel in der Kuppel bedient. Rot-weiss-blau und gelb leuchteten auf und vergluehten. (HerrHauck war nach dem Krieg dreissig Jahre lang Operateur im Wellenberg, im zweiten Kino der Scotoni-Familie. Jetzt hilft er manchmal im Uto aus. Das Apollo, sagt er, war das schoenste Kino der Stadt. Das blaue Interieur, die Polster, die Logen, das Entree. Es faellt mir auf, sagt er, dass man fuer alles Moegliche sich wehrt, fuer Haeuser, fuer Baeume. Aber das mit dem Apollo wird einfach hingenommen.) |
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Original Apollo Cinerama Billett vom 29. Mai 1983.
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Preis, damals fuer Apollo Cinerama
Balkon CHF 11.-- inkl. CHF 1.-- Billettsteuer. |
Presseankuendigung fuer den Film: "STAR WARS" und "ONKEL TOMS HUETTE" im Apollo Cinerama in 70mm! |
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(Bilder: "SuperCinerama") |
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Im Keller liegen Aushangfotos von Filmen herum, saeuberlich angeschrieben, irgendein Filmfreund wird sie an einer Versteigerung erwerben. Im Kinogeschaeft sind die Scotonis, seit der Vater das Apollo gebaut hat. In den dreissiger Jahren besassen die Scotonis ihren eigenen Filmverleih und uebernahmen 1933 die deutsche Produktionsgesellschaft Terrafilm. Der aeltere Sohn, Ralph, sass in Berlin und betreute die Produktion von Nazischinken wie An heiligen Wassern. Er habe gern SA-Uniform getragen, schreibt Hervè Dumont in seiner Geschichte des Schweizer Films. Doch Blut und Boden war kein Renner. 1938 verkaufte Ralph die Terrafilm mit Verlust und uebernahm die Direktion des Apollo. Er kaufte Aktien von Lazar Wechslers Praesensfilm und wurde Verwaltungsrat der Firma, die so viele Filme der Geistigen Landesverteidigung produziert hat. Als er 1953 starb, fuehrte sein juengerer Bruder A. Eric, auch er Bauunternehmer, die Familienkinos Apollo und Wellenberg weiter, mit einer Hand, wie er sagt. Im sogenannten Zuercher Filmpool mit der Jean-Frey-Gruppe hat Scotoni Ende der siebziger Jahre zwanzig Saele kontrolliert; er bekam die Filme, die er wollte. |
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(Bild: "SuperCinerama") |
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Das Apollo war kein Verlustgeschaeft, den Verleihern kann das niemand weismachen, sie kennen die Zahlen. 1971 bis 1984 machte das Cinerama jaehrlich zwischen 16 000 und 300 000 Franken Gewinn. Einzig 1979 - ausgerechnet im Jahr des Filmpool - gab es einen Verlust von 49 000 Franken. Der Kinobesitzer Erwin C. Dietrich geht so weit, dass er Scotoni beschuldigt, seinen aufwendigen Lebenswandel ueber das Apollo abgebucht zu haben. Wer sich bei Verleihern und Kinobesitzern durchfragt, hoert ueberall das gleiche: Das Apollo haette gewinnbringend weitergefuehrt werden koennen, besonders als Lokomotive der Scotoni-Gruppe mit acht Saelen. |
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Erste Film von UNIVERSAL im -- SENSURROUND -- Verfahren! einzigartiges Erlebnis!! (Bild: "SuperCinerama") |
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Sensurround ist ein Mehrkanalmagnettonverfahren zur Wiedergabe besonders tiefer Töne in Kinofilmen als Soundeffekt (4.1). |
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Heute ist Erwin C. Dietrich der einzige, der Scotoni konkrete Vorwuerfe macht. Ein Kino braucht Engagement und Liebe. Fuer mich, meint Dietrich, ist Scotoni ein Verraeter. Zusammen mit diesen Kinobesitzern beherrschen eine Handvoll amerikanischer Verleiher das Zuercher Filmgeschaeft; die Rialtofilm der Bruder Hellstern und die Monopol-Pathe des Ringier-Verlages sind ernsthafte Konkurrenten. Hollywood luft streicht durch die Bueros der United International Pictures (UIP), dem Leader, und Wraner Brothers. Die Direktoren Daetwyler und Berger weisen A. Eric Scotonis Vorwuerfe zurueck. Sie bestreiten, mit ihm ueber die Zukunft des Apollo gesprochen zu haben. Dass aber solche Gespraeche stattgefunden haben, steht ausser Zweifel, es gibt genug Zeugen. Sehr wahrscheinlich hat Scotoni zu ihnen gesagt: Wenn ihr das Apollo erhalten wollt, muesst ihr mir die guten Filme geben. Weil sie auf andere Kinos ausweichen konnten, haben sie ihm entgegnet, das muesse er ja selber wissen. Die Verleiher wollen Geschaefte machen. Sie wollen Konkurrenz, vor allem die Amerikaner. (Martin Hellstern, Rialtolilm).
Wenn Max Berger, seit ueber 30 Jahren Direktor der Schweizer Filiale der Warner Brothers, von seinem Buero durch die Bahnhofstrasse nach Hause geht, kommt er am Scala vorbei, am ABC, am Rex, am Olympia, Kinos, die er einmal beliefert hat und die es nicht mehr gibt. Ehrlich gesagt, hat mir Max Berger fast etwas enttaeuscht anvertraut, habe ich irgendwie damit gerechnet, dass sich das Publikum fuer sein Apollo wehren wird. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "ALIEN" im Apollo Cinerama. Film ist nur in 70mm erlebbar!! (Bild: "SuperCinerama") |
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Berger wie sein Kollege Daetwyler wuerden mit ihren Filmen gerne in die Shoppingzentren hinaus, ins Niemandsland, wie in Amerika. Dietrich und Hellstern planen den Ausbau ihrer schon bestehenden Kinozentren: Capitol und ABC, vier neue kleine Kinos, die zusammen etwa die Haelfte der Apollositzplaetze an bieten werden. Wenn die Amerikaner wichtige Filme in zwei oder drei Theatern gleichzeitig herausbringen, duerfte das Programm der beruehmten Kinostadt Zurich schnell einmal verstopft sein. Die Kinobesitzer sehen allerdings keine Probleme, einzig Dietrich ist skeptisch. |
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Apollo Cinerama Kino an der Stauffacherstrasse im Maerz 1987. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "2001 ODYSEE IM WELTRAUM" im Apollo Cinerama. |
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"Drei Amigos" von John Landis im Apollo Cinerama Kino. |
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Presseankuendigung fuer den SUNSURROUND Film: "ACHTERBAHN" im Apollo Cinerama. (Bild: "SuperCinerama") |
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Ein Jahr vor dem Verkauf liess Scotoni abklaeren, ob fuer die Denkmalpflege das Kino schuetzenswert sei. Er ueberlegte sich damals noch, das Apollo in ein Geschaeftshaus mit mehreren kleinen Kinos umzubauen; das Cinerama waere geopfert worden. Stadtrat Ruedi Aeschbacher, Mitglied der Denkmalpflegekommission, erinnert sich, dass Scotoni gesagt habe, die wirtschaftliche Lage des Kinos sei dramatisch. |
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Apollo Cinerama Kino Mai 1988 an der Staufacherstrasse in Zurich. |
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Ein Umbau der Liegenschaft waere am Stauffacher beim damaligen politischen Klima nicht problemlos gewesen, sagte mir Scotoni. Deshalb habe er einen Kaeufer mit einem langen Atem gesucht. Ein Jahr nach dem Hand wechsel reichte die SBG ein Neubaugesuch mit 3000 m2 Bueros fuer ihre Kommerzabteilung ein. Der beruehmte Architekt Theo Hotz projektierte zusaetzlich 230 m² Ladenflaeche im Parterre. Das Baugesuch lief wie Butter, wir haben keine negativen Stimmen gehoert, erzaehlte SBG-Direktor Lampert, der das Projekt betreut. Natuerlich machen wir uns Gedanken zum Kinosterben. Ich habe viele gute Filme gesehen im Apollo. Ich frage mich, ob die Laeden, die wir machen wollen, nicht auch eine Belebung bewirken koennen. Wir koennen das Kino nicht erhalten, das haette Dr. Scotoni tun muessen. Wir sind eine Bank. Von der Stadtentwicklung her kann man durchaus die Meinung vertreten, dass ein architektonisch tolles Gebaeude an dieser Lage mit attraktiven Laeden eine Aufwertung des Quartiers sein kann. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "DAS IMPERIUM SCHLAEGT ZURUECK" im Apollo Cinerama. |
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Die Stauffacherstrasse war 1928 bereits eine staedtische Achse. Das Achter-Tram war zwanzig Jahre frueher schon gefahren, als das Bezirksgebaeude auf der gruenen Wiese erbaut wurde, aber die Menschen blieben nicht mehr stehen und starrten stumm, wenn fotografiert wurde. Die Leute stroemen jetzt nicht mehr zu Hermann Greulichs sozialistischen Sonntagsreden; sie gehen ins Kino. Am Abend streichen die Scheinwerfer grosser, schwarzer Autos das Trottoir entlang. Das Apollo hat Logenplaetze, die vom Personal bedient werden. Pelzmaentel koennen an der Garderobe abgegeben werden. Heute spielt der Strauss; mit sechzehn Musikern und einem russischen Ballett wird der erste Zuercher Lichtpalast eroeffnet, das 18. Kino der Stadt. Die Crème vom Zurichberg ist da. Im gleichen Jahr der Kampf ums Matterhorn, mit Luis Trenker, eine Welturauffuehrung. Der Italobuendner mit dem markanten Profil ist ein eigensinniger Kletterer, der ohne Double dreht. Dass die Walliser Bevoelkerung als Kretins dargestellt wird, wie der Bund schreibt, interessiert das Publikum nicht. Ein volkstuemliches Kino. |
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Apollo Kino Kasse in 1988. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "AGENTEN STERBEN EINSAM" im Apollo Cinerama. (Bild: "SuperCinerama") |
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Das Apollo ist kein B-Kino mit Doppelprogramm, wo sich Prolos und Existentialisten der verlorenen Generation begegnen. Der Zeitgeist der fuenfziger Jahre wird in West Side Story fuer ein grosses Publilkum spaeter choreographiert. Vorlaeufig glaenzen im Schaufenster Hollywoods Mythen und Stars: Hier laufen Western (The Alarno), soziale Melodramen (A Tree Grows in Brooklyn), Gottesworte (Zehn Gebote), heroische Epen von Normannen und Wikingem, aber auch aus juengster Vergangerlheit (Des Teufels General, Exodus). Musicals machen das Apollo zum Opernhaus des kleinen Mannes (Porgy and Bess). Mit einem Jahr Laufzeit und 200 000 Besuchern wird My Fair Lady dar groesste Erfolg des Apollos. |
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Vergleich von 35mm und 70mm Film. Heute werden keine 70mm Filme mehr in Zurich gezeigt!!! |
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70mm-Projektion und Cinerama signalisieren die Strategie Hollywoods, die Zuschauer mit enormem Spektakel vom Fernsehen wegzulocken, aber nur wenige koennen mit diesen Instrumenten umgehen: Einige der grossen Filme der Gegenwart, die eigene Mythen geschaffen haben, sind im Apollo erstaufgefuehrt worden: Once Upon a Time in theWest, 2001, Apocalypse Now und Close Encounters. Und im maschinellen Humor von It's a Mad Mad Mad, Mad WorId, 1941, Flying High entdeckte der Liebhaber das wirkliche Leben. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "DOKTOR SCHIWAGO" im Apollo Cinerama. (Bild: "SuperCinerama") |
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Loset Sie, hat mir A. EricScotoni gesagt, der Schweizer Kinobesitzer ist - mit wenigen Ausnahmen - am finanziellen Resultat interessiert. Die Geschichte des Apollo ist auch ein Stueck weit Geschichte des freien Unternehmertums. Der Bau des Kinosaals war mit der endgueltigen Kommerzialisierung des Filmwesens durch kinofremde Trusts zusammengefallen. In Hollywood bestimmte eine vom ehemaligen Postminister Hays praesidierte Kommission, was auf Film gehoerte und mit welchen Inhalten das Publikum der Welt zu erobern sei. Die anarchische Zeit des Entdeckens und Ausprobierens war laengst vorbei. Ein Jahr nachdem er in Zurich gedreht hatte, traf Eisenstein in Amerika Griffith. Beiden gab Hollywood keine Chance fuer neue Projekte. Was bedeutet den Herren Juristen und Architekten von der Denkmalpflege das Kino, was bedeutet ihnen Geschichte? Immer mehr verliert Zurich das Gedaechtnis, die Orte der Erinnerung, bald wird es sie nur noch im Film und Feuilleton geben. Ich konnte mir durchaus vorstellen, dass die Stadt ein solches Kino subventioniert, sagt Stadtrat Aeschbacher, der den Apollo saal liebt. |
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Die Filmwirtschaft hat sich auf die neue Situation eingestellt. Als Grosskinos gelten ab sofort Saele mit mittlerem Fassungsvermoegen und entsprechender Leinwand. Doch in Paris hat sich das Kino-Panorama als fuehrendes Haus etabliert. In diesem ehemaligen Abbruchobjekt werden auf der einzigen Pariser Cineramaleinwand die grossen Filme der Saison vor ausverkauftem Saal gezeigt. Ein einzelner Unternehmer hat den todgeweihten Laden vor einigen Jahren flotgemacht. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "COCOON" im Apollo Cinerama. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "BEN HUR" in 70-mm-6-Kanal-Stereo im Apollo Cinerama. |
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Letzte Vorfuehrungen: zwischen dem 11. April 1988 bis 31. Mai 1988 |
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Es scheint, dass das Publikum dem Apollo Treue beweist. Die Umsaetze steigen, seit die Leute realisiert haben, dass das Kino abgebrochen werden soll. |
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Presseankuendigung fuer den Film: "UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART" im Apollo Cinerama. (Bild: "SuperCinerama") |
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Heute im 21. Jahundert sind alle Kinos der Stadt Zurich im Besitz der Kino Theater AG KITAG. Die KITAG hat in den letzten Jahren die Kinos zu Event-Lokalen verkommen lassen. Die Kino Saelen erscheinen eher als Digitale-Party-Lokale, dunkler S/M Raum, ich denke dabei an das kuerzlich umgebaute Kino Metropol. |
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Quelle: Tages-Anzeiger der Stadt Zurich, Autor: Miklos Gimes. Redigiert, Kommentar und Bildmaterial von Pascal Chuat |
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